Therapie des Lungenhochdrucks
Allgemeine Informationen
Wie bei vielen chronischen Krankheiten ist Lungenhochdruck noch nicht heilbar. Doch verlieren Sie nicht den Mut, wenn bei Ihnen die Diagnose gestellt wurde. Denn insbesondere für die Gruppe der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren entscheidend verbessert. Die Abkürzung PAH bedeutet Pulmonal Arterielle Hypertonie und bezeichnet eine bestimmte Form des Lungenhochdrucks – der ausschließlich die Arterien in der Lunge betrifft. In den folgenden Informationen erfahren Sie, welche Anforderungen an eine zeitgemäße und medizinisch sinnvolle Therapie gestellt werden müssen. Darüberhinaus erhalten Sie Verhaltenstipps und erfahren, welche Behandlungsmöglichkeiten für die pulmonal arterielle Hypertonie mittlerweile existieren.
Was kann Therapie leisten?

Heute können viele Lungenhochdruck-Patienten langfristig medikamentös behandelt werden.
Allerdings waren in der Vergangenheit alle Medikamente erst ab einer bestimmten Krankheitsschwere (NYHA-Klasse III) zur Behandlung von Lungenhochdruck zugelassen. Der Grund dafür war, dass es zum Zeitpunkt der Medikamentenentwicklung noch an Erfahrungswerten fehlte, so dass Patienten, die nur "versteckte" Veränderungen und kaum Beschwerden aufwiesen, zunächst nicht erkannt und nicht behandelt werden konnten. Doch besonders, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird, kann die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit lange erhalten bleiben. Im Frühstadium ist es durch eine wirksame Behandlung möglich, die Verschlimmerung der Krankheit aufzuhalten oder doch zumindest zu verzögern. Dieses haben Studien gezeigt, in denen Lungenhochdruckpatienten in frühen Krankheitsstadien bereits mit Endothelin-Rezeptor-Antagonisten behandelt wurden. Zwei Wirkstoffe dieser Substanzklasse (Ambrisentan und Bosentan) sowie die beiden Phosphodiesterase-5-Hemmer Sidenafil und Tadalafil sind aktuell auch für die Behandlung von Lungenhochdruckpatienten in frühen Krankheitsstadien (NYHA-Klasse II) zugelassen. In seltenen Fällen helfen auch Kalziumantagonisten bei der Frühtherapie.
Darüber hinaus wirken spezielle Medikamente nicht nur gegen die aktuellen Beschwerden, sondern können schädigende Umbauvorgänge (medizinisch: Remodelling) in den Blutgefäßen der Lunge verlangsamen.
Welche Therapie für welchen Patienten?
Den typischen Lungenhochdruck-Patienten gibt es nicht. Da die pulmonale Hypertonie verschiedene Ursachen haben kann und verschiedene Formen existieren, ist auch die Therapie je nach Patient sehr individuell. Die Behandlung muss von einem Spezialisten, Lungenfacharzt (Pneumologe) oder Herzspezialist (Kardiologe), unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Verfassung des Patienten zusammengestellt werden. Die Therapie soll in einem spezialisierten Klinikzentrum eingeleitet werden.
Diese Informationen nutzen als Quelle die aktualisierten Leitlinien zu pulmonaler Hypertonie der europäischen Kardiologen-Vereinigung (European Society of Cardiology, ESC) von 2009
(http://www.escardio.org/guidelines-surveys/esc-guidelines/Pages/pulmonary-arterial-hypertension.aspx)
Erstellungsdatum: Juni 2007 • Letzte Änderung: Oktober 2011