Verbesserung durch körperliches Training - Forschungspreis 2016

11.04.2016

"Die Bedeutung der Bewegung für die geistige und körperliche Gesundheit ist heute unbestritten."

PAH-Patienten verbessern durch individuell angepasstes körperliches Training die Sauerstoffaufnahme und die Funktion des rechten Herzens deutlich. Das belegten MSc Nicola Benjamin (Thoraxklinik Heidelberg) und Dr. med. Hans Klose (Uniklinik Hamburg-Eppendorf) in einer Studie „Körperliches Training verbessert die Sauerstoffaufnahme und Hämodynamik bei Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie und chronisch thrombo-embolischer Hypertonie“. Hierfür nahmen sie am 05.03.2016 im Rahmen des 57. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. in Leipzig den diesjährigen Forschungspreis der René Baumgart-Stiftung entgegen.
Ärzte in Berlin, Dresden, Gießen, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Homburg, Köln, Leipzig, Mainz und Zürich nahmen an der Studie teil und betreuten insgesamt 95 Patienten mit schwerem Lungenhochdruck in einer Trainings- und einer Kontrollgruppe. Alle Patienten litten bereits unter Einschränkungen der Funktion des rechten Herzens und waren seit mindestens 2 Monaten mit Medikamenten eingestellt.
Im Unterschied zur Kontrollgruppe nahm die Trainingsgruppe an einer spezifischen Atem- und Bewegungstherapie in der Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl teil, während die andere Gruppe kein spezielles Training erhielt. Zugeschnitten auf ihre individuelle Leistungsfähigkeit trainierten die Patienten auf dem Fahrradergometer, machten Atemtherapie, Gehtraining, mentales Training und erhielten psychologische Betreuung. Im Anschluss an ihren Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl setzten die Patienten das Training 3 Monate lang zu Hause mindestens 15 Minuten täglich fort. Nach nur 3 Monaten hatte die Sauerstoffaufnahme der Muskeln um mehr als 25 % zugenommen. Auch unter Belastung war die Herzkraft deutlich verbessert worden - die Patienten fühlten sich insgesamt wohler und leistungsfähiger.
Die Rechtsherzkatheteruntersuchung belegte eine Verbesserung des Lungendrucks, des Lungengefäßwiderstandes und der Funktion des rechten Herzens um 20 %.
Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen deutlich, dass ein spezifisches körperliches Training bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie wichtige Parameter für das Langzeitüberleben wie die Sauerstoffaufnahme und die Funktion des rechten Herzens verbessern kann.
Seit 2004 vergibt die gemeinnützige René Baumgart-Stiftung jährlich den mit 5.000 Euro dotierten Forschungspreis für wissenschaftliche Arbeiten rund um das Thema Lungenhochdruck.
Die in diesem Jahr dotierte wissenschaftliche Arbeit unterstreicht deutlich die Bedeutung und Wertigkeit eines spezifischen und überwachten Trainings als Teil einer modernen Therapie für Patienten mit Lungenhochdruck.

 V. l. n. r.: Anne Kopp, Prof. Ralf Ewert, MSc Nicola Benjamin, Prof. Heinrike Wilkens, Hans-Dieter Kulla

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