Grundlagen

Definitionen


Eine pulmonale Hypertonie, kurz PH oder oft auch Lungenhochdruck genannt, liegt vor, wenn der mittlere arterielle Blutdruck in der Lungenschlagader (Pulmonalarterie) vom Normalwert (≤ als 20 mmHg) auf mehr als 25 mmHg in Ruhe steigt.

Was passiert bei Lungenhochdruck im Körper?


Lungenhochdruck betrifft den kleinen Kreislauf (Lungenkreislauf): Bei der pulmonalen Hypertonie sind die Blutgefäße in der Lunge stark verengt. Dadurch steigt der Druck in diesen Gefäßen an.
Damit durch die verengten Lungengefäße eine ausreichende Blutmenge fließt, muss die rechte Herzhälfte erheblich mehr leisten und gegen den Widerstand der Lungengefäße anpumpen. Im Laufe der Erkrankung verhärtet sich das Gewebe der Blutgefäße in der Lunge und wird zu unelastischem Bindegewebe.

Normale Lungenarterie (Klick zum Vergrößern)

Lungenarterie bei PAH


Auch das Herz - insbesondere die rechte Herzhälfte - wird bei Lungenhochdruck in Mitleidenschaft gezogen. Da das Herz ständig den erhöhten Druck in den Lungengefäßen überwinden muss, nimmt seine Muskelmasse stetig zu (Rechtsherzhypertrophie) bis ein Maximum erreicht wird.

Dadurch, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut zur Sauerstoffaufnahme in die Lunge zu pumpen, gelangt sauerstoffarmes Blut in die Körperzellen, denen damit der lebensnotwendige Energielieferant Sauerstoff fehlt: Die Betroffenen sind verstärkt kurzatmig und körperlich immer weniger belastbar. Im fortgeschrittenen Stadium leiden die Patienten selbst im Liegen an Atemnot und Erschöpfung. Die Pumpkraft des Herzens reicht immer weniger aus, um den Druck der Lungengefäße zu überwinden. Ohne Therapie sterben die Patienten letztendlich an Herzversagen.

Gefäßverengung durch Umbau der Gefäßwände bei PAH (Klick zum Vergrößern)

Klick zum Vergrößern

Blutkreislauf (Klick zum Vergrößern)

Das Blutkreislaufsystem wird in einen großen "Körperkreislauf" (linke Herzhälfte – Körper – rechte Herzhälfte) und einen kleinen "Lungenkreislauf" (rechte Herzhälfte – Lunge – linke Herzhälfte) unterteilt.
Im Körperkreislauf fließt das Blut von der linken Herzhälfte durch den gesamten Körper und versorgt die Organe mit Sauerstoff. Das nun sauerstoffarme Blut erreicht die rechte Herzhälfte und wird von dort durch die Lungengefäße gepumpt. In der Lunge nimmt es Sauerstoff auf und fließt zurück zur linken Herzhälfte und von dort erneut in den großen Kreislauf.
In den Körperzellen wird der Sauerstoff in Energie umgewandelt.

Zusammenfassung Blutkreislauf:


1.  Die linke Herzhälfte versorgt den gesamten Körper mit sauerstoffreichem Blut.
2.  Das nun sauerstoffarme Blut fließt zur rechten Hälfte des Herzens zurück.
3.  Die rechte Herzhälfte pumpt das sauerstoffarme Blut in die Lunge.
4.  Das nun wieder mit Sauerstoff gesättigte Blut fließt zur linken Herzhälfte
     und der Kreislauf kann von vorne beginnen.

Beim gesunden Menschen sind die Druckwerte im kleinen Lungenkreislauf mit ≤ 20 mmHg wesentlich niedriger als im großen Körperkreislauf.
Diese Aufteilung in einen Körper- und einen Lungenkreislauf verhindert, dass sich sauerstoffarmes mit sauerstoffreichem Blut vermischt. So kann der Körper optimal mit Sauerstoff versorgt werden.

Diese Informationen nutzen als Quelle die aktualisierten Leitlinien zu pulmonaler Hypertonie der europäischen Kardiologen-Vereinigung (European Society of Cardiology, ESC) von 2009 (http://www.escardio.org/guidelines-surveys/esc-guidelines/Pages/pulmonary-arterial-hypertension.aspx) Erstellungsdatum: Januar 2014

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