Diagnostik des Lungenhochdrucks

Es ist nicht einfach, Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie, PH) eindeutig von anderen Erkrankungen zu unterscheiden. Dabei ist es aber unbedingt notwendig, eine genaue Diagnose zu stellen, damit der Patient die optimale Therapie erhält.

 

Warum ist die PAH für den Arzt
so schwierig zu erkennen?

Durchschnittlich vergehen drei Jahre nach dem ersten Auftreten der Beschwerden einer PAH, bis die richtige Diagnose gestellt wird und mit einer wirksamen Therapie begonnen werden kann.

Zum einen liegt dies daran, dass es sich um eine Erkrankung handelt, von der nur wenige Menschen betroffen sind. Kurz gesagt, viele Ärzte denken schlichtweg nicht an die Erkrankung, weil sie in der Praxis so selten vorkommt und sie noch nie einen Lungenhochdruck-Patienten gesehen haben.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Beschwerden – insbesondere in der Anfangsphase der Erkrankung – nicht sehr typisch und meist noch schwach ausgeprägt sind.

Die Art der Beschwerden (z.B. Atemnot, Müdigkeit, Leistungsabfall) gibt sogar Anlass zu Missinterpretationen (psychosomatische Erkrankung, Burn-out-Syndrom).

Zusätzlich ist es viel schwieriger und aufwändiger, den Blutdruck in den Lungenblutgefäßen zu messen als den im großen Körperkreislauf.

 

 

Frühe Diagnose bedeutet frühe Therapie – das Risiko einer Verschlimmerung kann vermindert werden

Lungenhochdruck ist noch nicht heilbar. Eine möglichst schnelle Feststellung, ob es sich um Lungenhochdruck handelt, ist jedoch für den Betroffenen lebenswichtig. Denn es gilt: Je eher die Diagnose gestellt wird, desto eher kann mit der optimalen Therapie begonnen werden, desto günstiger ist der weitere Verlauf der Erkrankung. Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten verhelfen, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden, dem Patienten zu bestmöglicher Lebensqualität.

Bislang waren alle Medikamente nur für PAH-Patienten zugelassen, die bereits an stärkeren Symptomen litten (NYHA-Klasse III). Aktuell sind zwei Endothelin-Rezeptor-Antagonisten sowie zwei Phosphodiesterase-5-Inhibitoren auch für Patienten zugelassen, deren Symptome noch nicht so weit ausgeprägt sind (NYHA-Klasse II). Zuvor hatte sich in einer Studie herausgestellt, dass diese Patienten sehr von einer frühen Therapie profitieren können: Eine Verschlechterung der Krankheit konnte verzögert werden, so dass die Patienten weniger Einbußen in ihrer Lebensqualität hatten und unbelasteter weiter leben konnten als die Erkrankten, die erst in einem späteren Stadium behandelt wurden.

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Diese Informationen nutzen als Quelle die aktualisierten Leitlinien zu pulmonaler Hypertonie der europäischen Kardiologen-Vereinigung (European Society of Cardiology, ESC) von 2009
(http://www.escardio.org/guidelines-surveys/esc-guidelines/Pages/pulmonary-arterial-hypertension.aspx)
Erstellungsdatum: Juni 2007 • Letzte Änderung: Oktober 2011