FAQ - häufige Fragen

Unser Frage-Antwort-Katalog greift konkrete, individuelle Fragestellungen auf, die in der Vergangenheit oftmals an uns herangetragen wurden. Vielleicht haben Sie ähnliche Anliegen
und finden hier eine hilfreiche Antwort.

Welche Form des Lungenhochdrucks gibt es?


Eine pulmonale Hypertonie (PH) ist eine schwerwiegende Erkrankung und kann vielfältige Ursachen haben. Deswegen wurde die Krankheit in unterschiedliche Klassen (oder Gruppen) eingeteilt. Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden internationalen Konferenzen werden auch die jeweils neuesten Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie der pulmonalen Hypertonie diskutiert und neue Leitlinien definiert.

Wie wird der Schweregrad eingestuft?


Die Einstufung erfolgt gemäß einem funktionellen Klassifizierungssystem, der so genannten WHO-Funktionsklassen. Die Einstufung hat eine besondere Bedeutung für die Prognose und Therapie des Lungenhochdrucks. Die körperliche Verfassung und die Leistungsfähigkeit des Patienten sind bei der Einteilung maßgebend.

Wie kommt es zum Lungenhochdruck?


Unmittelbar verantwortlich für die Form des Lungenhochdrucks PAH sind veränderte, eingeengte arterielle Lungengefäße. Um die gleiche Blutmenge durch die Lunge pumpen zu können, müssen die rechten Herzabschnitte deshalb einen deutlich erhöhten Druck aufbringen. Dies führt auf Dauer zu einer Überlastung des rechten Herzens (Rechtsherzinsuffizienz). Mehr erfahren Sie unter "Ursachen".

Wie macht sich Lungenhochdruck bemerkbar?


Die PAH entwickelt sich zunächst relativ langsam – bis sich die Situation im Lauf der Jahre allmählich zuspitzt. Weil die frühen Anzeichen normalerweise nur schwach ausgeprägt sind, werden sie häufig gar nicht wahrgenommen oder aber auf andere Ursachen zurückgeführt. Zeichen eines Lungenhochdrucks können rasche Ermüdung, abnehmende Leistungsfähigkeit und Atemnot bei Belastung sein. Später kann es gerade bei Belastung oder sportlicher Anstrengung zu Ohnmachtsanfällen (Synkopen) kommen. Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme), insbesondere in den Beinen, sind ein Zeichen dafür, dass die Pumpleistung des rechten Herzens eingeschränkt ist. Bei fortgeschrittenem Lungenhochdruck besteht bereits in Ruhe Atemnot. Mehr erfahren Sie auch unter "Symptome".

Wie stellt der Arzt Lungenhochdruck fest?


Wenn der Hausarzt bei Ihnen einen Lungenhochdruck vermutet, sollte er Sie an einen Spezialisten für Lungenerkrankungen (Pulmologe) oder Herzerkrankungen (Kardiologe) überweisen. Mehr dazu finden Sie unter "Diagnostik" und "Untersuchungen".

Warum ist die PAH für den Arzt so schwierig zu erkennen?


Durchschnittlich vergehen drei Jahre nach dem ersten Auftreten der Beschwerden einer PAH, bis die richtige Diagnose gestellt wird und mit einer wirksamen Therapie begonnen werden kann. Zum einen liegt dies daran, dass es sich um eine Erkrankung handelt, von der nur wenige Menschen betroffen sind. Kurz gesagt, viele Ärzte denken schlichtweg nicht an die Erkrankung, weil sie in der Praxis so selten vorkommt und sie noch nie einen Lungenhochdruck-Patienten gesehen haben.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Beschwerden – insbesondere in der Anfangsphase der Erkrankung – nicht sehr typisch und meist noch schwach ausgeprägt sind.

Die Art der Beschwerden (z. B. Atemnot, Müdigkeit, Leistungsabfall) gibt sogar Anlass zu Missinterpretationen (psychosomatische Erkrankung, Burn-out-Syndrom). Zusätzlich ist es viel schwieriger und aufwändiger, den Blutdruck in den Lungenblutgefäßen zu messen als denjenigen im großen Körperkreislauf.

Warum ist frühe Diagnose so wichtig?


Frühe Diagnose bedeutet frühe Therapie – das Risiko einer Verschlimmerung kann vermindert werden.
Lungenhochdruck ist noch nicht heilbar. Eine möglichst schnelle Feststellung, ob es sich um Lungenhochdruck handelt, ist jedoch für den Betroffenen lebenswichtig. Denn es gilt: Je eher die Diagnose gestellt wird, desto eher kann mit der optimalen Therapie begonnen werden, desto günstiger ist der weitere Verlauf der Erkrankung. Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten verhelfen, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden, dem Patienten zu bestmöglicher Lebensqualität.

Ist Lungenhochdruck heilbar?


Wie bei vielen chronischen Erkrankungen ist eine dauerhafte Heilung der pulmonal arteriellen Hypertonie derzeit nicht möglich. Viele Beschwerden können aber heute wirkungsvoll behandelt werden, so dass die Lebensqualität des Patienten verbessert wird. Mit modernen Medikamenten kann zusätzlich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Wichtig ist jedoch in jedem Fall : Je früher die pulmonal arterielle Hypertonie entdeckt wird, umso besser sind die Behandlungsaussichten. Haben sich erst einmal die Gefäße stark verändert und hat sich eine dauernde Überlastung des rechten Herzens entwickelt, sind die Aussichten auf eine Stabilisierung der Krankheit wesentlich schlechter.

Ist Lungenhochdruck vererbbar?


Eine Veränderung im Erbgut kann eine mögliche Ursache für eine familiäre Häufung dieser Erkrankung sein. Familiäres Auftreten des Lungenhochdrucks ist selten, nur 4 bis 6 % aller Patienten haben eine erbliche Variante der Erkrankung. Allerdings bedeutet das nicht, dass Menschen mit einer erblichen Veranlagung in jedem Fall erkranken müssen. Selbst wenn ein Elternteil an einer erblichen Form erkrankt ist, hat das Kind nur eine Wahrscheinlichkeit von fünf bis zehn Prozent, im Laufe seines Lebens zu erkranken.

Wie wird Lungenhochdruck behandelt?


Je früher die pulmonal arterielle Hypertonie erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Behandlungsaussichten. Zwar ist die Erkrankung bisher nicht heilbar, aber die Beschwerden bzw. Einschränkungen lassen sich zum Teil sehr wirksam behandeln. Vor allem die spezialisierten Zentren kennen sich bestens mit den Behandlungsmöglichkeiten aus. Mehr finden Sie unter "Therapie".

Impfungen


Bei pulmonaler Hypertonie sollten Atemwegsinfektionen unbedingt vermieden werden. Eine jährliche Grippe- sowie eine Pneumokokken-Impfung (dem häufigsten Erreger der ambulant erworbenen Lungenentzündung) sind in den meisten Fällen empfehlenswert.

Rauchen


Vermeiden Sie sowohl das aktive wie auch das passive Rauchen. Andere Arten des Tabakkonsums (Kautabak, Nikotinersatzmittel) sollten ebenfalls gemieden werden. In jedem Falle sollten Sie eine alternative Nikotinzufuhr zuvor mit Ihrem Arzt besprechen.

Ist ein körpereigener Stoff Mitverursacher des Lungenhochdrucks?


Ein körpereigener Stoff, Endothelin, gilt als Mitverursacher des Lungenhochdrucks. Daneben spielen allerdings auch noch andere Krankheitsmechanismen eine Rolle. Endothelin steuert die Spannung der Gefäße. Je mehr Endothelin ausgeschüttet wird, desto enger werden die Gefäße. Hält dieser Zustand wie bei PAH krankhaft an, kann dies zu Verengungen der Lungengefäße führen.
Zusätzlich hat die rechte Herzkammer einen enormen Widerstand zu überwinden, um das Blut über den kleinen Kreislauf in die Lunge zu pumpen. Die Folge: Der Herzmuskel wächst, um dieser Überbeanspruchung zu begegnen. Der Herzmuskel kann jedoch nicht unbegrenzt wachsen. Stößt er an seine Grenze, kommt es zur Erschöpfung des Muskels mit nachfolgendem Herzversagen. Mit einem so genannten Endothelin-Rezeptor-Antagonisten wird der Überproduktion von Endothelin entgegengesteuert. Das Medikament blockiert die Schaltstellen des Endothelins in den Blutgefäßen und verhindert damit die fatale Engstellung und den Umbau der Lungengefäße.

Wer ist von der idiopathischen PAH betroffen?


Mit einer Häufigkeit von ca. ein bis zwei Erkrankten pro einer Million Menschen zählt die idiopathische pulmonal arterielle Hypertonie zu den sehr seltenen Krank- heiten. Andere Formen der PAH kommen dagegen wesentlich häufiger vor. Über die genaue Erkrankungshäufigkeit und Anzahl der Patienten existieren allerdings keine verlässlichen Zahlen. Jedoch ist eine Erkrankung in jedem Alter möglich. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Verändert die Krankheit mein Berufsleben?


Viele Berufe erfordern körperliche Anstrengung und hohe psychische Belastbarkeit. Dies ist nur bedingt mit einer PAH-Erkrankung vereinbar.
Deshalb werden ca. 50 % der Patienten erwerbsunfähig. Diese Einschränkungen sind abhängig von Krankheitsverlauf und Aufwand der Therapie.
Es ist daher sinnvoll, sich in dieser Hinsicht mit dem behandelnden Arzt ausführlich über den Krankheitsverlauf, den Therapieaufwand und die körperliche Belastbarkeit zu unterhalten. Zusätzliche Hilfen bietet ebenfalls der Staat, wie z.B.
 - Wiedereingliederung
 - Erwerbsmnderungsrente
 - persönliches Budget
 - Umschulungen oder Arbeitszeitverkürzung an.

Baden, duschen, saunen - was geht noch?


Zu warmes oder heißes Duschen oder Baden, genauso wie Saunagänge können den Kreislauf von PAH-Patienten stark belasten. Daher sollten extreme Wärme- und Kälteanwendungen vermieden werden.

Darf ich schwanger werden?


Eine Schwangerschaft ist bei pulmonaler Hypertonie für Mutter und Kind weit mehr als nur ein Risiko, sie ist sogar lebensgefährlich. Auch haben einige PAH-spezifische Medikamente teratogene Nebenwirkungen, können also Missbildungen am ungeborenen Leben hervorrufen. Eine sichere Verhütungsmethode ist daher unbedingt notwendig, siehe auch "Schwangerschaft/Verhütung".

Welche körperliche Aktivität ist im Alltag noch möglich?


Die wichtigste Regel für alle Patienten lautet: Überlasten Sie sich nicht! Körperliche Schonung ist wichtig, um einer weiteren Druckerhöhung vorzubeugen. Ob Sie sich zu stark belasten, können Sie ganz einfach am Symptom Luftnot feststellen: Brechen Sie alle Aktivitäten ab, sobald Sie Luftnot empfinden. Mehr finden Sie unter "Bewegung & Fitness".

Bin ich im Berufsleben eingeschränkt?


Viele Berufe erfordern körperliche Anstrengung und hohe psychische Belastbarkeit. Dies ist nur bedingt mit einer PH-Erkrankung vereinbar. Deshalb werden ca. 50 % der Patienten erwerbsunfähig. Diese Einschränkungen sind abhängig von Krankheitsverlauf und Aufwand der Therapie. Mehr erfahren Sie unter "Finanzielle Aspekte".

Wo finde ich noch Hilfe?
Haben Sie Fragen?0800 853 63 60Das PAH-Service-Team freut sich auf Ihren Anruf